Gesichtshaut mit Pigmentflecken

Ist es möglich, Hautflecken loszuwerden?

Medizinische Ästhetik4 min read

Hautflecken lassen sich in zwei Haupttypen einteilen: postinflammatorische Hyperpigmentierung und Melasma. Vorbeugung ist entscheidend, da die Behandlungen selbst neue Flecken auslösen können.

Hautflecken stehen an erster Stelle der Gründe, aus denen Menschen ästhetische Hilfe suchen, und sie treten immer häufiger auf, zum einen, weil wir in einem sehr sonnenreichen Land leben, zum anderen, weil kosmetische Eingriffe zunehmend von unqualifizierten Händen durchgeführt werden. Aus genau diesen beiden Gründen können ausgerechnet die Methoden, die Flecken behandeln sollen, selbst zur Quelle neuer Flecken werden.

Ist es möglich, Flecken loszuwerden?

Wie bei allem in der Medizin ist auch bei der Behandlung von Flecken die Vorbeugung sehr wichtig. Wenn wir wissen, unter welchen Umständen Flecken entstehen, können wir Wege finden, sie zu vermeiden. Die Fleckenbildung lässt sich in zwei Hauptkategorien einteilen:

  • Postinflammatorische Hyperpigmentierung: Flecken, die nach Operationen, Traumata, rötungs- und peelingauslösenden kosmetischen Eingriffen (Peelings, Rollerbehandlungen, fraktioniertem Laser und IPL), Ekzemen, Akne oder akuten Verbrennungen auftreten. Sie zeigt sich gleichermaßen bei Männern und Frauen, mit asymmetrischer Verteilung, und entsteht, wenn eine Entzündung der Haut die pigmentbildenden Zellen in diesem Bereich stimuliert.
  • Melasma: symmetrische Flecken, die vor allem bei Frauen auftreten und sich bei steigendem Östrogenspiegel zeigen. Schwangerschaft, östrogenhaltige Präparate wie orale Kontrazeptiva und andere Hormonbehandlungen verursachen Melasma, das bei dunkleren Hauttypen häufiger vorkommt.

Postinflammatorische Hyperpigmentierung lässt sich vorbeugen

Wirksamer Sonnenschutz nach den oben genannten Eingriffen ist die grundlegende erste Maßnahme, da auch ultraviolette Strahlen die Pigmentzellen stimulieren. Bei empfindlicher Haut ist es zudem sehr wirksam, vor einer Operation oder einem Eingriff eine pigmentunterdrückende oder aufhellende Behandlung durchzuführen. Ein weiterer Schutz besteht darin, kosmetische Eingriffe von Ärzten durchführen zu lassen, die die Geräte, deren Einstellungen, die chemischen Dosierungen und die Anwendungsmethoden genau kennen.

Melasma lässt sich deutlich schwerer vorbeugen: Selbst mit Sonnenschutz, Antioxidantien und aufhellenden Wirkstoffen können Flecken entstehen, und sind sie einmal da, ist es möglicherweise nicht mehr möglich, sie wieder loszuwerden.

Behandlungen, wenn Flecken bereits aufgetreten sind

Bei postinflammatorischer Hyperpigmentierung verblassen die Flecken manchmal von selbst. Ist das nicht der Fall, kann die Farbe mit Behandlungen aufgehellt werden, die sowohl die pigmentierte Haut abtragen als auch die Neubildung von Pigment unterdrücken. Am wirksamsten ist eine 4- bis 6-wöchige unterdrückende Behandlung, gefolgt von fraktioniertem Laser zur Erneuerung der fleckigen Haut. Kontrollierte Peelings und IPL können ebenfalls helfen. Diese sollten in den sonnenarmen Wintermonaten durchgeführt werden, gefolgt von einer dauerhaften Umstellung der Sonnenschutzgewohnheiten — andernfalls kehren die Flecken zurück.

Ist Melasma erst einmal aufgetreten, lässt sich nur wenig tun. Fortlaufende unterdrückende Peeling-Behandlungen und Sonnenschutz können es teilweise unter Kontrolle bringen, und auf die verbleibenden Flecken kann Camouflage-Make-up aufgetragen werden.

Verfasst von Prof. Dr. Ferit Demirkan, Plastische, Rekonstruktive & Ästhetische Chirurgie

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