Herbstliche Hautpflege für sonnengebräunte Haut

Herbstliche Hautpflege für sonnengebräunte Haut

Medizinische Ästhetik6 min read

Die Bräune zum Sommerende ist eigentlich ein Maß dafür, wie stark Sie in dieser Saison gealtert sind. Hier erfahren Sie, wie die Sonne die Haut schädigt und welche herbstlichen Behandlungen – von PRP bis zu zellulären Therapien – sie reparieren.

Vor einem Jahrhundert war ein gebräunter Teint für Frauen der Mittel- und Oberschicht gesellschaftlich inakzeptabel, er erinnerte an Feldarbeiterinnen, weshalb sich alle mit Sonnenschirmen, Hüten und Schleiern schützten. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte sich das um: Bräune galt als Zeichen von Gesundheit, es wurden Formeln entwickelt, um stärker zu bräunen, und Solarien eröffneten, damit man auch im Winter braun bleiben konnte. In den 2000er Jahren wendete sich das Blatt erneut, Solarien werden schrittweise verboten, Sonnenexposition wird nur noch im Zusammenhang mit Vitamin D diskutiert, und wir debattieren, welcher Sonnenschutz wirksamer ist. Denn das Einzige, was zum Bräunen nötig ist, sind UV-Strahlen, und wir wissen heute, dass diese viele schädliche Wirkungen haben, von der Hautalterung bis zum Hautkrebs.

Dennoch verändert sich unser Hautton, wenn der Sommer endet. Die verbliebene Bräune mag uns im Spiegel schön erscheinen lassen, sie ist aber tatsächlich ein Maß dafür, wie stark wir in diesem Sommer gealtert sind. Wie lässt uns die Sonne altern? UV-Strahlen wirken auf alle Hautschichten, ihr Angriffspunkt ist die DNA der Zelle.

Wie Sonnenschäden aussehen

Die offensichtlichste sonnenbedingte Hautveränderung ist die Pigmentierung. Diese Flecken, groß und klein, manchmal gruppiert, sind bei Menschen mit dunklerer Haut ein sichtbareres Problem, und wenn zuvor Peeling-Behandlungen durchgeführt wurden, können sie sich ausbreiten und dauerhaft werden. Im höheren Alter können krustenartige Hautveränderungen (aktinische Keratose) hinzukommen.

Ein weiterer bedeutender Schaden ist das Absterben elastischer Fasern in der Dermis. Haut, die ihre Elastizität verliert, verdickt sich, wirkt stumpf und wird von feinen Fältchen überzogen – anders als die dynamischen, mimikbedingten Falten, die mit Botox korrigiert werden; diese treten überall auf und sind dauerhaft. Bei Haut mit weiten Poren können solare Komedonen, pickelartige Läsionen meist an den Wangen, mal weiß, mal schwarz, mit Akne verwechselt werden. Erweiterte Kapillaren und verstärkte Rötung an Wangen und Hals (Sonnenallergie) sind seltenere Probleme.

Sonnenschäden reparieren: Schutz zuerst

Zunächst muss der Sonnenschutz auch im Winter fortgesetzt werden. Selbst zu Hause oder im Büro blockiert Glas eintreffende UVA-Strahlen nicht, und in schneebedeckter Umgebung können reflektierte Strahlen die UV-Belastung fast auf Sommerniveau bringen. Der beste Schutz ist ein guter Sonnenschutz: Cremes mit sowohl mechanischen als auch chemischen Filtern wirken gegen UVA und UVB (gewöhnliche Sonnencremes decken nur UVB ab).

Zelluläre Therapien zur Reduktion von DNA-Schäden

Als Nächstes folgen Methoden, die DNA-Schäden reduzieren und als zelluläre Behandlungen zusammengefasst werden: PRP-, Fibroblasten- und Stammzell-Injektionen. PRP eignet sich für fast jeden, besonders im Herbst: Es wird Blut entnommen und die Thrombozyten werden abgetrennt. Thrombozyten eilen zu jeder Verletzung und leiten die Heilung ein und steuern sie; sie enthalten sieben Arten von Wachstumsfaktoren, die die schädlichen Wirkungen der Sonne reparieren können. Sie werden unter die Haut injiziert oder nach Laser- oder Dermaroller-Verfahren, die Mikrokanäle erzeugen, als Maske aufgetragen. Ihre Lebensdauer beträgt höchstens 15 Tage, daher braucht eine gute Kur 4 bis 6 Anwendungen, jeweils alle 15 Tage.

Fibroblasten-Injektionen eignen sich ideal für Haut, die nach dem 55. Lebensjahr faltig und gelartig wird. Ein winziges Hautstück wird hinter dem Ohr entnommen und ins Labor geschickt, kollagenproduzierende Fibroblasten werden isoliert und in Kultur vermehrt, und einen Monat später werden diese Zellen in die Problemzonen injiziert, ein- bis zweimal im monatlichen Abstand wiederholt, um vollere, glattere Haut zu erzeugen. Stammzelltherapien isolieren Stammzellen aus Fettgewebe und injizieren sie ins Gesicht; nachdem beobachtet wurde, dass sie durch Strahlentherapie geschädigte Haut wiederherstellen können, werden sie auch zur Verjüngung eingesetzt. Die idealen Kandidaten sind Menschen, die mit zunehmendem Alter auch Volumenverlust im Gesicht haben; die Zellen benötigen zur Aktivierung eine kleine begleitende Fettinjektion.

Allgemeine Pflege und ein maßgeschneiderter Plan

Nach der Wahl einer ursachengerichteten Behandlung sind auch allgemeine Pflegemaßnahmen nötig. Peeling-Verfahren, die abgestorbene, sonnengeschädigte Hautschichten entfernen, helfen auch gegen Flecken: chemische Peelings und fraktionierter CO2-Laser sind sehr wirksam, erfordern danach aber lebenslang konsequenten Sonnenschutz, sonst kehren alle Flecken verstärkt zurück. Mechanisches Peeling wie Mikro-Peeling ist sanfter, aber sicherer, und neue Geräte wie OxyGeneo kombinieren leichtes Peeling, Straffung und Pflege in einem. Danach sind auch pflegende Kosmetika nötig.

Da die Technologie fortschreitet, wird alles komplexer, daher ist es am besten, einen Spezialisten zu konsultieren und einen individuellen Pflegealgorithmus zu entwickeln.

Verfasst von Prof. Dr. Ferit Demirkan, Plastische, Rekonstruktive & Ästhetische Chirurgie

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