Filler der neuen Generation auf Basis von Hyaluronsäure ermöglichen natürliche, vollere Lippen. Nach den Augen sind die Lippen das prägendste Merkmal eines attraktiven Gesichts. Digitale Gesichtsstudien bei Frauen haben gezeigt, dass eine Vergrößerung der Lippenfläche um etwa 50 % die Attraktivität des Gesichts steigert, und ähnliche Studien haben ergeben, dass ein stärkerer Rotkontrast im Gesicht die wahrgenommene Attraktivität erhöht. Könnte ein Lippenfiller also der kürzeste Weg zu einem attraktiveren Aussehen sein? Das kann er sein — vorausgesetzt, man übertreibt es nicht und bleibt nahe am natürlichen Erscheinungsbild.
Zwei Lippen können beide voll sein und sich dennoch in ihrer Struktur unterscheiden. Eine Lippe, die größer und röter ist, kann dennoch weniger attraktiv wirken, wenn Form und Farbe künstlich erscheinen. Deshalb muss eine Lippenvergrößerung bestimmte anatomische Proportionen beachten. Idealerweise sollte die Unterlippe, wenn die Oberlippenhöhe 1 Einheit beträgt, etwa 1,6 Einheiten betragen (der Goldene Schnitt). Eine Oberlippe, die gleich groß oder größer als die Unterlippe ist, wirkt fast immer unvorteilhaft.
Wie ein Lippenfiller geplant wird
Zur Beurteilung der Lippe unterteilen wir sie vertikal in drei Abschnitte und anschließend jede Lippe horizontal in drei Abschnitte, insgesamt also 18 Zonen; die Konturlinien bilden dabei die äußersten horizontalen Abschnitte. Von vorne betrachtet entscheiden wir zunächst, welcher Teil jeder Lippe Volumen benötigt, alle Zonen gleichmäßig, nur die Mitte oder eher die Seiten, und passen die injizierte Menge pro Zone an, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Anschließend wird jede Lippe von der Seite betrachtet: Der am stärksten vorspringende Punkt (der Schmollmund) sollte in der zweiten Zone liegen. Liegt die Konturlinie bereits weit vorne, wird dort kein Filler platziert. Generell sollte die Oberlippe etwas weiter vorne liegen als die Unterlippe.
Wie die Behandlung durchgeführt wird
Zunächst wird eine Betäubungscreme aufgetragen und etwa 20 Minuten einwirken gelassen. Der Lippenfiller wird am besten mit Kanülen appliziert, dünnen, langen Metallstäbchen mit stumpfer Spitze, wodurch das Risiko von Blutungen und blauen Flecken danach sehr gering ist, und da sie lang sind, ermöglichen sie eine Anwendung in einem einzigen Durchgang.
Da die Kanülenspitze nicht scharf ist, kann sie die Haut nicht direkt durchstechen: Zunächst wird mit einer Nadel ähnlicher Stärke eine kleine Eintrittsstelle geschaffen, dann wird die Kanüle eingeführt und unter der Haut in die gewünschte Richtung vorgeschoben. Dabei können ein leichtes Hängenbleiben oder Ziehen spürbar sein, was jedoch deutlich weniger schmerzhaft ist als nadelbasierte Techniken. Die meisten Lippenfiller enthalten zudem betäubende Wirkstoffe, sodass die Taubheit fast sofort einsetzt.
Wann zeigen sich die Ergebnisse, und wie lange halten sie an?
Die Ergebnisse sind sofort sichtbar, doch die Lippen reagieren sehr empfindlich auf jede Manipulation und beginnen bereits während des Eingriffs anzuschwellen. Hinzu kommt das Wasser, das die Hyaluronsäure im Filler bindet, sodass Ihre Lippen in den ersten Tagen größer wirken können als erwartet. Eine ab dem nächsten Tag begonnene Massage reduziert die Schwellung und verfeinert die Form.
Da die Lippen sehr beweglich sind, hält der Filler dort kürzer als an anderen Stellen, und der Spiegel des Enzyms Hyaluronidase, das Hyaluronsäure abbaut, ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Die durchschnittliche Wirkdauer liegt bei etwa 10 Monaten und variiert zwischen 8 und 14 Monaten.
Verwendete Fillertypen
In den Lippen können drei Dichtestufen von Hyaluronsäure-Filler eingesetzt werden:
- Dichtere Filler für konturierte Lippen: Diese lassen die Lippen fester wirken, sind beim Berühren jedoch spürbar.
- Filler mittlerer Dichte für volle Lippen: Diese verleihen weiche, fleischige Lippen, die beim Berühren nicht wahrnehmbar sind.
- Filler geringer Dichte für die Lippenkontur und feine Linien um die Lippen: Diese wirken eher wie ein Feuchtigkeitsspender.
Lippenfiller auf Hyaluronsäure-Basis beeinträchtigen weder das Sprechen noch das Küssen und verursachen weder Taubheitsgefühl noch Steifheit. Sie sind risikoärmer als andere Methoden zur Lippenvergrößerung. Permanente Filler in der Lippe erhöhen das Risiko einer allergischen Reaktion; da solches Material fließfähig ist, kann es im Falle einer Reaktion nicht vollständig entfernt werden — es wird so weit wie möglich abgesaugt und eine unterdrückende Behandlung angewendet.



