Wer athletisch aussehen möchte, scheut sich heute nicht mehr davor, sich zur Umformung des eigenen Körpers auf den Operationstisch zu legen. Bei dieser Methode wird aus dem Körper abgesaugtes Fett mit speziellen Techniken gezielt in bestimmte Bereiche zurückinjiziert, um eine „Illusion“ in der Muskulatur zu erzeugen.
Muskelästhetik nennt man die Herausarbeitung der Konturen jener Schlüsselmuskeln, die einen athletischen Körper hervortreten lassen. Der Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie Prof. Dr. Ferit Demirkan bezeichnet sie als „den jüngsten Entwicklungsstand der in der Körperformung eingesetzten Fettabsaugungs- und Fettinjektionstechniken, im Grunde die Erzeugung einer Illusion“. Welche Muskeln behandelt werden, hängt davon ab, ob die Patientin oder der Patient weiblich oder männlich ist. Bei Frauen werden vor allem Schultern und Bauch bearbeitet, wobei das Ziel nicht ein „Sixpack“ wie bei Männern ist, sondern ein flacher Look mit dezent definierter Kontur. Bei Männern sorgen viele Muskeln für den athletischen Look: die Deltamuskeln, die den Bizeps formenden Muskeln, die Brustmuskeln, die den Sixpack erzeugenden Bauchmuskeln, die Oberschenkelmuskeln, die das Gesäß formenden Muskeln sowie der „Schmetterlingsmuskel“ am Rücken. Ein sportlicher Hintergrund, also bereits zuvor trainierte Muskeln, führt zu besseren Ergebnissen als Muskelästhetik allein.
Wer sie in Anspruch nimmt
Wer fragt Muskelästhetik nach? Sie wird überwiegend von Männern nachgefragt und spricht vor allem Personen mittleren Alters mit regionalen Fettproblemen an, solche, deren Körper auch nach einer Gewichtsabnahme keine gute Form annimmt, sowie Menschen mit Gynäkomastie (männlicher Brustvergrößerung). Für ein gutes Ergebnis darf die Haut ihre Elastizität nicht verloren haben und der Körper nicht zu fettreich sein. Die besten Kandidaten sind Männer, die sich in jungen Jahren einen muskulösen Körper aufgebaut und diese Form im mittleren Alter verloren haben.
Wie sie durchgeführt wird
Es werden stufenweise Fettabsaugung und Fettinjektion durchgeführt. Bei einem athletischen Körper ist ein geringer Anteil an subkutanem Fett ebenso wichtig wie ausgeprägte Muskulatur. Daher werden die „negativen Räume“ markiert, die die Grenzen zwischen den Muskeln definieren, das einfachste Beispiel sind die Rillen zwischen den Bauchmuskelsegmenten. Die Fettabsaugung entfernt in diesen Bereichen die gesamte subkutane Fettschicht, um die Linien hervortreten zu lassen. Anschließend bleibt eine dünne Fettschicht in Bereichen wie Leiste, Taille und unterhalb der Brust erhalten, die die Gesamtkontur des Körpers formt. Jegliches Fett über den hervorzuhebenden Muskeln wird ausgedünnt oder geformt.
Ein Teil des gewonnenen Fetts wird anschließend in den Schultermuskel, unter die Brustmuskeln, in die Bauchmuskeln, das Gesäß und die Beine injiziert, wodurch das Muskelvolumen erhöht und mehr Fülle erzeugt wird. Während der Ödem- und Heilungsphase muss sechs Wochen lang eine spezielle Kompressionswäsche getragen werden, um die erzielte Form zu erhalten.
Etwa 50 % werden resorbiert
Wie wahrscheinlich ist es, dass die geformte Muskulatur wieder zurückgeht? Prof. Dr. Demirkan erklärt: „Bei Fettinjektionen kommt es zu einem Verlust von etwa 50 % — injizieren wir 100 ccm, lösen sich innerhalb weniger Monate etwa 50 ccm wieder auf. Die verbleibenden, überlebenden Fettzellen bleiben ein Leben lang dort. Auch bei Injektionen in den Muskel geht etwas Fett verloren. Eine erneute Gewichtszunahme zieht den athletischen Körper jedoch wieder in seinen früheren Zustand zurück.“



