Eine kurze Geschichte der Haartransplantation
Die Haartransplantation blickt auf eine überraschend lange Vergangenheit zurück. Der erste medizinische Text zu diesem Thema wurde 1822 von Dr. Unger in Deutschland veröffentlicht. Obwohl die Beobachtung, dass verpflanztes Haar von einer Kopfseite eines Patienten zur anderen überleben konnte, andeutete, dass Glatzenbildung eines Tages der Vergangenheit angehören könnte, verzögerten Probleme mit der Narkose und der Operationstechnik ihre Weiterentwicklung bis in die 1930er-Jahre.
Das 19. Jahrhundert ist als eine Ära verzeichnet, in der Lotionen und Essenzen medizinischer Scharlatane und Wundermittelverkäufer, die behaupteten, Haarwachstum zu fördern, hoch im Kurs standen. Die auch heute noch verwendete Grafttechnik entstand aus den Arbeiten von Dr. Okuda in Japan im Jahr 1939 und Dr. Orentreich in Amerika im Jahr 1959. Als erblich bedingter männlicher Haarausfall als genetisch bedingt erkannt wurde, die Haarphysiologie besser verstanden wurde und Mikroinstrumente entwickelt wurden, beschrieb Dr. Limmer 1994 die FUT (Follicular Unit Transplantation) und Dr. Bernstein 2002 die FUE (Follicular Unit Extraction). Das Prinzip der Haartransplantation änderte sich nicht, nur die Technologie, die für die Transplantation einzelner Follikel benötigt wurde, entwickelte sich weiter.
Der Unterschied zwischen FUT und FUE
Bei der FUT-Technik wird ein langer horizontaler Streifen behaarter Kopfhaut aus dem Nacken entnommen, der Spenderbereich durch Zusammenführen der Wundränder verschlossen, und die Follikel des entnommenen Streifens werden von Hand in kleine Einheiten unterteilt und in zuvor im vorderen Bereich angelegte Kanäle eingesetzt.
Bei der FUE-Technik wird kein Streifen entnommen; stattdessen trennt eine zylindrische Mikro-Stanze (eine runde, hohle Klinge) die gekürzten Follikel einzeln aus ihrer Umgebung, und sie werden anschließend in die vorderen Kanäle übertragen. Der größte Unterschied besteht darin, dass bei der FUE die Follikel einzeln transplantiert werden, während sie bei der FUT in Gruppen von zwei, drei oder mehr transplantiert werden.
Die Vorteile der FUE
Die FUE bietet gegenüber der FUT mehrere Vorteile:
- Ästhetisches Ergebnis: Bei der FUT kann das Austreten mehrerer Follikel aus einem Kanal einen „Puppenhaar“-Look erzeugen; bei der FUE wird jedes Haar einzeln platziert und kann abgewinkelt werden, wodurch das Ergebnis weitaus natürlicher wirkt.
- Spenderbereich: Bei der FUT muss der Spenderbereich mit Nähten verschlossen werden, während er bei der FUE innerhalb von etwa 48 Stunden von selbst verheilt.
- Narbenbildung: Die FUT hinterlässt eine sichtbare lineare Narbe; die FUE lichtet den Spenderbereich leicht aus, hinterlässt jedoch keine Narbe.
- Schwierigkeitsgrad: Die FUT ist eine gröbere, einfachere Technik, während die FUE mehr Können und Zeit erfordert, da die Follikel einzeln entnommen werden.



