Direkter Vergleich der Haartransplantationstechniken DHI und FUE

FUE oder DHI? Der wahre Unterschied zwischen den Techniken

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FUE und DHI werden oft als zwei völlig unterschiedliche Methoden dargestellt, folgen aber derselben Logik. Der eigentliche Unterschied liegt nicht darin, wie die Follikel entnommen werden, sondern darin, wie sie platziert werden.

Die beiden Abkürzungen, denen Menschen bei der Recherche zur Haartransplantation am häufigsten begegnen, sind FUE und DHI. Obwohl sie oft als zwei völlig unterschiedliche Methoden dargestellt werden, folgen sie derselben grundlegenden Logik. Der eigentliche Unterschied liegt nicht darin, wie die Follikel entnommen werden, sondern darin, wie sie platziert werden. Dieser Artikel vergleicht die beiden Verfahren ohne Übertreibung.

Was sie gemeinsam haben: Follikel werden einzeln entnommen

Sowohl FUE als auch DHI verwenden den follikelbasierten (follikuläre Einheit) Ansatz, der die Grundlage der modernen Haartransplantation bildet. Bei beiden Verfahren werden die Follikel einzeln aus dem Spenderbereich, meist dem Nacken, mit einer Mikro-Stanze (einer runden, hohlen, dünnen Spitze) entnommen. Die Entnahmephase ist somit bei beiden Methoden weitgehend identisch. Es ist daher nicht korrekt zu sagen, „DHI ist eine Entnahmemethode und FUE eine andere“ – der Unterschied zeigt sich erst in der Platzierungsphase.

Der Kernunterschied: die Platzierungsphase

Bei den klassischen Techniken teilt die FUE die Arbeit in zwei getrennte Schritte auf: Zunächst werden feine Kanäle im Empfängerbereich angelegt, anschließend werden die entnommenen Follikel nacheinander in diese Kanäle eingesetzt. Da das Öffnen der Kanäle und die Platzierung getrennte Schritte sind, können Winkel, Richtung und Dichte bereits während der Kanalphase festgelegt werden.

Bei der DHI-Methode (Direct Hair Implantation) wird ein stiftähnliches Implantationsgerät, der sogenannte Choi-Implanter-Pen, verwendet. Dank der feinen Nadel an seiner Spitze erfolgen das Öffnen des Kanals und das Platzieren des Follikels in einer einzigen Bewegung, gleichzeitig. Es gibt keinen separaten Schritt zum Öffnen des Kanals; der Follikel wird über den Pen direkt in die Haut eingesetzt.

Wie sich die beiden Verfahren vergleichen

Bei beiden Techniken werden die Follikel einzeln mit einer Stanze entnommen. Bei der FUE ist das Öffnen der Kanäle ein separater, vorab durchgeführter Schritt, und die Platzierung erfolgt später in diese Kanäle; bei der DHI erfolgen das Öffnen der Kanäle und die Platzierung gemeinsam mittels des Choi-Implanter-Pens. Dichte und Winkel werden bei der FUE bereits in der Kanalphase geplant, bei der DHI hingegen im Moment der Platzierung mit der Spitze des Pens. Die FUE erfordert in der Regel eine Rasur, während die DHI in begrenzten Bereichen auch ohne Rasur durchgeführt werden kann. Aufgrund des Pens kann eine DHI-Sitzung länger dauern als eine FUE-Sitzung.

Dichte, Winkel und Heilung des Spenderbereichs

Da die DHI den Kanal öffnet und den Follikel gleichzeitig platziert, kann das Risiko, umliegende Follikel beim Einsetzen zwischen vorhandenen Haaren zu schädigen, geringer sein, und eine dichte Platzierung lässt sich besser kontrollieren. Bei der FUE ermöglicht das vorherige Öffnen der Kanäle eine geplante Richtung und Verteilung über große Flächen. Beide Verfahren können in erfahrenen Händen ein natürliches Aussehen erzielen – entscheidend ist die Sorgfalt bei der Durchführung, nicht der Name der Technik. Da die Entnahmephase ähnlich verläuft, ist auch die Heilung des Spenderbereichs weitgehend ähnlich: Die Mikro-Stanzstellen heilen in der Regel schnell und ohne sichtbare Narbe, wobei die Heilungsgeschwindigkeit von den Gewebeeigenschaften, der Spenderdichte und der Nachsorge abhängt.

Wer eignet sich für welches Verfahren?

Die DHI kann bevorzugt werden, wenn eine dichte Platzierung in begrenzten Bereichen erforderlich ist, wenn zwischen vorhandenen Haaren implantiert werden muss oder wenn eine unrasierte Anwendung Priorität hat. Die FUE kann praktisch sein bei großflächigem Haarausfall und wenn viele Grafts geplant über weite Flächen verteilt werden müssen. Letztlich gibt es zwischen den beiden kein „besseres“ Verfahren; die richtige Methode hängt von der Spenderkapazität der Person, dem Grad des Haarausfalls, dem vorhandenen Haar und den Erwartungen ab und lässt sich am besten nach einer persönlichen Untersuchung klären.

Verfasst von Prof. Dr. Ferit Demirkan, Plastische, Rekonstruktive & Ästhetische Chirurgie

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