Männer fragen zunehmend eine ästhetische Nasenkorrektur nach – in westlichen Ländern ist ein Viertel der Rhinoplastik-Patienten männlich. Es gibt eine Reihe grundlegender Unterschiede, die die männliche Nasenästhetik von der weiblichen abheben.
Den maskulinen Ausdruck bewahren
Die oberste Priorität bei einem männlichen ästhetischen Ergebnis ist es, den maskulinen Ausdruck zu bewahren, und wie das erreicht wird, hängt vom Gesicht und der Harmonie jedes einzelnen Patienten ab. Als allgemeine Regel wird die Nasenspitze nicht zu stark angehoben, nicht überverfeinert, und eine nach oben gerichtete Nase wird vermieden (was heute selbst bei Frauen selten gemacht wird, da es unnatürlich wirkt). Der Winkel zwischen Nase und Lippe wird bei Frauen bei etwa 105 Grad gehalten, bei Männern jedoch bei etwa 90 Grad.
Ist eine gerade Nase mit leicht angehobener Spitze das Ziel, schaffen ausgeprägtere Augen, Wangenknochen und ein markanter Kieferlinienverlauf ein Gleichgewicht, das eine Feminisierung verhindert. Ein schwaches Kinn und schwache Wangenknochen können außerdem bewirken, dass die Nase größer wirkt, als sie ist, weshalb Eingriffe in diesen Bereichen zur Wiederherstellung des Gleichgewichts vorgeschlagen werden können. Generell führt eine Nase, die nicht zu stark reduziert wird und deren Höhe und Projektion auch bei einer Begradigung kräftig bleiben, zu einem natürlicheren, günstigeren Ergebnis.
Unterschiedliche Erwartungen, gezielte Wünsche
Die Wünsche von Männern sind nicht so einheitlich ganzheitlich wie die von Frauen. Ein Mann kann sich beispielsweise nur wegen eines Nasenhöckers, einer hängenden Spitze oder einer breiten Spitze vorstellen, und die Behandlung nur dieses Teils kann für ihn ausreichend sein, da es keine einzige allgemein akzeptierte ästhetische Standardform für die männliche Nase gibt. Die weibliche Nase hingegen hat eine allgemein gewünschte Form, die sich durch goldene Proportionen definieren lässt, und alle notwendigen Bereiche werden behandelt, um diese zu erreichen.
Bei manchen Männern ist die Hauptmotivation eine bessere Atmung, wobei ästhetische Wünsche oft aus sekundären Veränderungen nach einem Trauma entstehen. Bei Männern mittleren und höheren Alters ist das Körperbild in der Regel gefestigt, und sehr dramatische Veränderungen können sie unzufrieden zurücklassen; bei einem Jugendlichen, der mit einer vererbten Nasenform unzufrieden ist, können zurückhaltende, aber sichtbare Veränderungen die bessere Option sein.
Haut, Heilung und Revision
Wie das postoperative Ergebnis aussehen könnte, sollte stets anhand eines digitalen Entwurfs besprochen werden, um zu verstehen, wie viel Veränderung der Patient wünscht. Trotz eines vorsichtigeren Vorgehens sind die Revisionsraten bei Männern etwas höher als bei Frauen.
Die Haut von Männern ist dicker und fettiger, was die Schwellung nach der Operation verlängert. Die Anwendung eines fraktionierten Kohlendioxidlasers vor oder nach der Nasenkorrektur verbessert die Hautqualität und verfeinert die Poren. Bei Männern mittleren und höheren Alters können auch Rosacea und ihre fortgeschrittene Form, das Rhinophym, auftreten; in solchen Fällen resultiert die Breite der Nasenspitze eher aus übermäßig dicker Haut als aus den Spitzenknorpeln, weshalb der Eingriff entsprechend geplant werden muss. Dickerer Knochen und Knorpel bei Männern können zudem zu mehr Blutergüssen und Schwellungen führen, besonders bei Operationen, bei denen Knochen durchtrennt wird.
Funktion und ethnische Nasentypen
Männer haben häufiger eine Vorgeschichte von Nasenverletzungen durch Sport und Trauma, und eine Septumdeviation ist häufiger oder stärker ausgeprägt – dies muss bei dem Eingriff stets korrigiert werden. Auch ethnische Merkmale sind bei männlichen Nasen stärker ausgeprägt. Zu den in der Türkei vorkommenden ethnischen Typen zählen die „Schwarzmeer-Nase“, relativ dünnhäutig mit einem sehr ausgeprägten Höcker und einer nach unten projizierenden, nicht zu breiten Spitze, sowie die „arabische Nase“, lang, sich nach unten verbreiternd, mit dicker Spitzenhaut und einer hängenden, nicht gestützten Spitze.



