Beratungsgespräch, das die Beziehung zwischen Chirurg und Patient veranschaulicht

Ist der plastische Chirurg der Diener des Patienten?

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Überfüllte Lippen und zu stark gestraffte Gesichter nehmen zu. Wer trägt die Verantwortung: Chirurgen, die alles tun, was der Patient verlangt? Ein Blick auf das moderne Arzt-Patienten-Verhältnis in der Ästhetik.

Ist der plastische Chirurg zum Diener des Patienten geworden? Die Zahl übermäßig hochgezogener Nasen und zu stark gestraffter Gesichter ist gestiegen. Sind die Chirurgen schuld, die alles tun, was der Patient verlangt? Prof. Dr. Ferit Demirkan: „Wenn ein Arzt zu viel Filler einsetzt, statt einen Patienten abzulehnen, der eine Operation verweigert, führt das zu schlechten Ergebnissen." Maskenhaft ausdruckslose Gesichter, winzige Nasen, die nicht zum Gesicht passen, riesige Lippen und leblose Augen — ästhetische Katastrophen haben sich gehäuft, und die medizinische Welt fragt nun, wer dafür verantwortlich ist. Im Folgenden antwortet Prof. Dr. Demirkan.

Ärzte sind nicht mehr autoritär

Sind Ärzte in der plastischen Chirurgie zu Dienern der Patienten geworden? Im Arzt-Patienten-Verhältnis hat sich eine neue Dynamik entwickelt. Früher waren Ärzte autoritärer und legten die Behandlungsmethode einseitig fest. Heute besteht der Ansatz darin, die Alternativen zu erklären und gemeinsam mit dem Patienten zu entscheiden — begünstigt durch den Zugang der Patienten zu medizinischen Informationen im Internet und durch Haftungsklagen wegen Behandlungsfehlern.

Führen anspruchsvolle Patienten zu Kopie-Gesichtern?

Auf die Wünsche des Patienten zu hören, ist ein großer Fortschritt für die Patientenrechte, führt in manchen Fällen aber dazu, dass Patienten die richtige Behandlung ablehnen. Sagt beispielsweise eine Patientin mit erschlaffter Gesichtshaut: „Ich möchte keine Operation, behandeln Sie mich anders", greifen manche Behandler, statt abzulehnen, großzügig zu Filler-Injektionen — mit oft sehr schlechtem Ergebnis.

Wer weiß es besser: der Arzt oder der Patient?

Natürlich weiß es der Arzt besser. In der ästhetischen Chirurgie liegt jedoch keine Krankheit vor, und der Eingriff wird um die Wünsche des Patienten herum geplant, sodass dem Arzt wenig Spielraum bleibt, die Initiative zu ergreifen.

Sollte jedem Wunsch entsprochen werden?

Nein. Unter den Patienten, die eine ästhetische Operation suchen, finden sich unterschiedliche psychologische Profile. Manche bestehen sehr nachdrücklich darauf, dass ihre eigene Entscheidung richtig ist. Vorsicht ist auch bei jenen geboten, die alle Probleme ihres Lebens auf einen einzigen körperlichen Makel zurückführen: Glaubt eine Patientin, eine Nasenkorrektur werde ihr bessere soziale Beziehungen bringen, ändert sich danach aber nichts in diesem Bereich, macht sie womöglich erneut die Nase dafür verantwortlich.

Verfasst von Prof. Dr. Ferit Demirkan, Plastische, Rekonstruktive & Ästhetische Chirurgie

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